Die Vorzugstrasse steht fest! Die Detailplanung beginnt!

Der Trassenverlauf des Radschnellwegs zwischen Heidelberg und Mannheim steht fest. Darüber wurde der Projektbegleitkreis Projektbegleitkreis in seiner dritten Sitzung am 21.07.2020 informiert.




Seit Herbst 2019 hatte das Planungsteam des Regierungspräsidiums Karlsruhe die gut 400 Hinweise, die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen waren, ausgewertet. Im Ergebnis haben viele Bürgerinnen und Bürger den Verlauf der Vorzugstrasse befürwortet, einige bevorzugen kleinräumig jedoch einen anderen Verlauf des Radschnellweges. Das Planungsteam hat daher, insbesondere im Bereich der Ortslagen, Untervarianten zur Vorzugstrasse definiert, die unter www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung einsehbar sind. Um den bestmöglichen Verlauf des Radschnellweges herstellen zu können, wurden die Untervarianten in einem aufwendigen Bewertungsverfahren in der gleichen Planungstiefe wie die Vorzugsvariante untersucht und verglichen.


Eine Übersicht über die Bewertung der einzelnen Varianten ist im Tab Onlinebeteiligung abgelegt.


Die Prüfung der Untervarianten hat ergeben, dass sich insbesondere im Bereich der Gemeinde Ilvesheim Abweichungen zur Vorzugstrasse ergeben, in großen Teilen jedoch an dieser festgehalten werden kann. Das Regierungspräsidium Karlsruhe verfolgt nun die folgende Trassenführung weiter:


Stadtgebiet Mannheim:

Der geplante Radschnellweg beginnt auf der Höhe des Paradeplatzes in Mannheim und verläuft jeweils im Einbahnstraßensystem der Quadrate. Nach Überquerung des Friedrichsrings verläuft er bis zur Friedrich-Ebert-Brücke auf dem Neckardamm. Anschließend wechselt der Radschnellweg über die Friedrich-Ebert-Brücke an das nördliche Neckarufer. Auf der nördlichen Neckarseite verläuft er weiter in Richtung Osten entlang des Universitätsklinikums und parallel zur Feudenheimer Straße. Anschließend wird der Radschnellweg zum „Pfeifferswörth“ verschwenkt und führt entlang des Vereinsgeländes zur Brücke über die B 38a bis hin zum Ortsrand von Mannheim-Feudenheim. In der Ortslage von Mannheim-Feudenheim verläuft der geplante Trassenkorridor über die Spessartstraße und Odenwaldstraße bis zur Straßenbahnendhaltestelle „Feudenheim“. Am Knotenpunkt Odenwaldstraße/ Ilvesheimer Straße wird der Radschnellweg in Richtung Ilvesheim abknicken und auf der Südseite der Ilvesheimer Straße bis zur Autobahnüberführung der A 6 geführt.


Zwischen der A 6 und dem Ortsrand der Gemeinde Ilvesheim verläuft der zukünftige Radschnellweg auf der Südseite der Feudenheimer Straße. Am Knotenpunkt Banater Straße wird aufgrund der hohen Verkehrsmengen eine kreuzungsfreie Querung des Radschnellwegs entstehen (voraussichtlich Unterführung).


Gemeindegebiet Ilvesheim:

Am Ortsrand von Ilvesheim zweigt der Radschnellweg in Richtung Neckar ab. Entlang des Neckarkanals führt er bis zum Industriegebiet von Ladenburg und an diesem entlang bis zur zukünftigen Neckarbrücke der neuen L 597, wo er in Richtung Süden abbiegt.


Querspange L 597

Weiter verläuft der Radschnellweg parallel zur neuen L597 in Richtung Süden, bevor er zwischen Seckenheim und Neu-Edingen wieder in östliche Richtung abknickt.


Gemeindegebiet Edingen-Neckarhausen:

Bis zum Knotenpunkt Neckarhauser Straße verläuft der Radschnellweg entlang der L 637. Im weiteren Verlauf führt er südlich der OEG-Trasse entlang. An der Gemarkungsgrenze zu Heidelberg quert die Trasse den vorhandenen Bahnübergang am Wasserturm und wird nachfolgend auf der Nordseite der Gleise weitergeführt.



Stadtgebiet Heidelberg:

Von Edingen kommend quert der geplante Radschnellweg die A 5 mit einer neuen Unterführung. Der weitere Verlauf ist dann nördlich und parallel zur OEG-Trasse entlang der Edinger Straße, Neckarhauser Straße und Adlerstraße und biegt nachfolgend ab in die Liselottenstraße bis hin zur Mannheimer Straße.

Entlang der Mannheimer Straße verläuft der Radschnellweg weiter bis ins Stadtgebiet Heidelberg. Hier wird er in das durch die Stadt Heidelberg geplante Projekt „Stadt an den Fluß“ integriert. Der Radschnellweg endet schließlich an der Theodor-Heuss-Brücke auf Höhe des Bismarckplatzes.


Nachdem der Verlauf des zukünftigen Radschnellwegs nun feststeht, sind hinsichtlich der konkreten Gestaltung, wie beispielsweise der Anordnung und der Ausgestaltung von Überquerungsstellen, noch viele Fragen offen. Das Regierungspräsidium plant deswegen, im Frühherbst 2020 eine zweite Runde Ortsbegehungen durchzuführen, um die Öffentlichkeit in die weitere Planung miteinzubeziehen.


Aufgrund der intensiven Auseinandersetzung mit der Trassenführung und den verschiedenen Untervarianten verschiebt sich der bisher vorgesehene Zeitplan um etwa ein Jahr. So ist nach aktuellem Stand eine Einleitung des Planfeststellungsverfahrens frühestens im Sommer 2021 vorgesehen. Parallel dazu strebt das Regierungspräsidium Karlsruhe an, einzelne Teilabschnitte des Radschnellweges, für die kein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist, ab diesem Zeitpunkt bereits umzusetzen.


Weitere Themen, die sich aus der Öffentlichkeitsbeteiligung ergeben haben, sind die Sicherheit von Radschnellwegen, die grundsätzliche Frage, ob die Trasse lieber durch den Ort oder auf freiem Feld verlaufen soll, die Veränderung von Parkraum durch den Radschnellweg sowie die Vereinbarkeit von Radschnellweg und landwirtschaftlichem Verkehr.




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